Google-Unternehmensprofil: Ein guter Anfang. Aber nicht genug.
Ihr Google-Unternehmensprofil ist wichtig – doch allein reicht es selten, um Kunden zu gewinnen. Was das Profil leistet, wo seine Grenzen liegen und wie es mit Ihrer Website zusammenspielt.
“Wir sind doch bei Google drin – reicht das nicht?“ Diese Frage höre ich von Betrieben aus der Region regelmäßig. Gemeint ist meistens das Google-Unternehmensprofil (früher „Google My Business“, heute auch „Google Business Profile“): der Eintrag mit Adresse, Öffnungszeiten und Bewertungen, der rechts neben den Suchergebnissen oder in Google Maps erscheint.
Die ehrliche Antwort: Das Profil ist wichtig, und jeder lokale Betrieb sollte eines haben. Aber es ist ein Anfang, kein vollständiger Auftritt. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, was das Profil gut kann, wo es an Grenzen stößt – und wie Sie Profil und Website so kombinieren, dass beide mehr bringen.
Was das Google-Unternehmensprofil gut kann
Ein gepflegtes Profil ist für lokale Betriebe einer der wirkungsvollsten kostenlosen Bausteine überhaupt:
- Sichtbarkeit in Google Maps und im Kartenbereich der Suche – genau dort, wo Menschen nach „Elektriker in der Nähe“ suchen.
- Schnelle Kontaktwege: Anrufen, Route planen, Website öffnen – alles mit einem Fingertipp.
- Bewertungen schaffen Vertrauen, bevor überhaupt ein Gespräch stattgefunden hat.
- Öffnungszeiten, Einzugsgebiet und Fotos beantworten die ersten Fragen sofort.
Wenn Sie noch kein Profil haben oder es seit Jahren nicht angeschaut haben: Das ist der erste Schritt, noch vor allem anderen.
Wo das Profil an Grenzen stößt
Wenig Platz für das, was Sie ausmacht
Die Unternehmensbeschreibung ist auf 750 Zeichen begrenzt – das sind ein paar Sätze. Für die Frage, warum ein Kunde gerade Sie beauftragen sollte, reicht das kaum. Referenzprojekte im Detail, ausführliche Leistungsbeschreibungen, Ihr Ablauf von der Anfrage bis zur Fertigstellung, die Menschen hinter dem Betrieb: Dafür ist im Profil kein Raum.
Google bestimmt die Darstellung
Aufbau, Reihenfolge und Design des Profils gibt Google vor. Ihr Eintrag sieht im Grunde aus wie jeder andere. Dazu kommt: Auch Nutzer können Änderungen an Ihren Angaben vorschlagen, und Google übernimmt solche Vorschläge unter Umständen. Wer sein Profil nicht regelmäßig kontrolliert, findet dort irgendwann Öffnungszeiten oder Angaben, die er selbst nie eingetragen hat.
Sie stehen direkt neben der Konkurrenz
Im Kartenbereich werden mehrere Betriebe nebeneinander angezeigt, und auch rund um Ihr Profil blendet Google weitere Anbieter ein. Der Vergleich ist nur einen Fingertipp entfernt. Auf Ihrer eigenen Website dagegen hat der Besucher nur Sie vor Augen.
Das Profil gehört nicht Ihnen
Ihr Profil liegt auf einer Plattform, deren Regeln Google jederzeit ändern kann. Funktionen kommen und gehen, und in Einzelfällen werden Profile auch vorübergehend gesperrt, etwa bei Unklarheiten zur Verifizierung. Ihre Website dagegen ist Ihr eigener Auftritt, über den Sie selbst entscheiden.
Warum Profil und Website zusammengehören
Das Profil ist vor allem ein Wegweiser. Viele Menschen, die Sie dort finden, wollen sich vor einer Anfrage noch genauer informieren – und klicken dafür auf „Website“. Führt dieser Button ins Leere, auf eine veraltete Seite oder auf eine Seite, die auf dem Handy nicht funktioniert, geht der Kontakt genau an dieser Stelle verloren.
Umgekehrt hilft eine gute Website auch Ihrem Profil. Google nennt für die lokalen Suchergebnisse drei Kriterien: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Für die Bekanntheit berücksichtigt Google nach eigenen Angaben auch Informationen aus dem Web, etwa Links und Artikel. Eine Website, die Ihre Leistungen und Ihre Region klar beschreibt, gibt Google genau diese zusätzlichen Signale.
Kurz gesagt: Das Profil sorgt dafür, dass man Sie findet. Die Website sorgt dafür, dass man sich für Sie entscheidet.
So holen Sie mehr aus beidem heraus
Im Google-Unternehmensprofil:
- Alle Felder ausfüllen: passende Hauptkategorie, Leistungen, Öffnungszeiten, Einzugsgebiet.
- Eigene, echte Fotos hochladen – Logo, Team, Fahrzeuge, fertige Arbeiten – statt eines zufälligen Straßenfotos.
- Ihre Website verlinken und regelmäßig prüfen, ob alle Angaben noch stimmen.
- Zufriedene Kunden aktiv um eine Bewertung bitten und Bewertungen beantworten.
Auf Ihrer Website:
- Name, Adresse und Telefonnummer exakt so schreiben wie im Profil.
- Ihre Leistungen einzeln beschreiben, mit Ort und Einzugsgebiet – also „Badsanierung in Waiblingen und Umgebung“ statt nur „Badsanierung“.
- Referenzen und echte Projekte zeigen – genau das, wofür im Profil der Platz fehlt.
- Dafür sorgen, dass die Seite auf dem Handy funktioniert und die Telefonnummer antippbar ist.
Welche Fehler mir bei der Analyse von über 1.000 Websites aus der Region am häufigsten begegnet sind, habe ich übrigens im Beitrag 5 Fehler, die fast jeder Betrieb bei seiner Website macht zusammengefasst.
Fazit
Ein Google-Unternehmensprofil gehört für jeden lokalen Betrieb dazu – kostenlos, schnell eingerichtet und wirksam. Aber es ist die Visitenkarte, nicht das Gespräch. Erst zusammen mit einer eigenen, gepflegten Website wird daraus ein Auftritt, der aus Suchenden tatsächlich Kunden macht.
Passen Profil und Website bei Ihnen zusammen?
Ich schaue mir Ihre Website an und sage Ihnen ehrlich, wo es hakt – auch im Zusammenspiel mit Ihrem Google-Unternehmensprofil. Unverbindlich und verständlich erklärt.
Artur Antoni – Antoni Web & Services, Waiblingen. Websites und technische Betreuung für Betriebe im Rems-Murr-Kreis.
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